Menü
Ratgeber · Für Lehrbetriebe

Lernende finden in Gastronomie und Hotellerie: so gewinnst du Nachwuchs

In Küche, Service und Hotel übernehmen Lernende früh Verantwortung und merken jeden Tag, ob die Gäste zufrieden sind. Viele Jugendliche und Eltern denken bei der Gastronomie aber zuerst an Abende, Wochenenden und Stress. Hier liest du, wie du ehrlich wirbst und gute Lernende findest.

  • 5 Minuten Lesezeit
  • Aktualisiert am 26.10.2026

Die Gastronomie hat ein Imageproblem bei Jugendlichen: lange Abende, Wochenenden, Hektik. Dagegen hilft kein Hochglanzinserat, sondern Ehrlichkeit und ein Alltag, der hält, was du versprichst. Wer das schafft, hat gute Argumente. Kaum eine Branche gibt Lernenden so früh Verantwortung und so direktes Feedback. Dieser Artikel zeigt, wie du Lernende für Küche, Service und Hotel findest, mit Fokus auf den Kanton Zürich.

Was Jugendliche in der Gastronomie suchen

  • Teamgeist: Küche und Service funktionieren nur gemeinsam. Wer gern im Team arbeitet und Trubel mag, ist bei dir richtig. Zeig dein Team, nicht nur die Teller.
  • Kreativität: Ein eigenes Gericht auf der Tageskarte, eine Dekoration für ein Bankett, ein Cocktail für den Apéro. Sag, wann Lernende bei dir eigene Ideen einbringen.
  • Die Welt sehen: Mit einer Lehre in Küche, Service oder Hotel lässt sich später in vielen Ländern arbeiten, in der Stadt oder in den Bergen.
  • Klare Arbeitszeiten: Erkläre, wie ein typischer Einsatzplan aussieht, ob es Zimmerstunden gibt und wann die freien Tage liegen.

Für Lernende unter 18 setzt der Jugendarbeitsschutz Grenzen: Unter 16 Jahren dürfen sie bis 20 Uhr arbeiten, ab 16 bis 22 Uhr. Vor einem Schultag oder üK-Tag ist um 20 Uhr Schluss. Nacht- und Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten, Ausnahmen in der beruflichen Grundbildung regelt die Bildungsverordnung. Prüfe die Regeln für deinen Beruf in den FAQ des SECO und plane sie früh ein, gerade für Festtage und Hochsaison.

Typische Lehrberufe in Gastronomie und Hotellerie

Die zweijährigen Lehren mit Berufsattest sind ein guter Einstieg für Jugendliche, die praktisch stark sind oder denen die Sprache noch schwerfällt. Wer das EBA schafft, kann danach in die passende EFZ-Lehre wechseln. Die Lehren in Hotellerie-Hauswirtschaft passen nicht nur ins Hotel, sondern auch in Spitäler, Heime und Personalrestaurants.

Wann und wo Lernende suchen

Im Kanton Zürich erkunden Jugendliche in der 2. Sek Berufe und gehen schnuppern, ab Sommer und Herbst der 3. Sek bewerben sie sich. Lehrbeginn ist im August.

  • LENA: Erfasse deine Lehrstelle kostenlos im Lehrstellennachweis, im Kanton Zürich über das Lehrbetriebsportal oder die Meldestelle beim biz. Sie erscheint auf berufsberatung.ch und im Berufswahl-Portal. Für Lehrbeginn 2027 werden Lehrstellen laut berufsberatung.ch ab August 2026 aufgeschaltet.
  • Berufswahl-Portal ZH: Über das Berufswahl-Portal laufen Berufswahlfahrplan und Schnupperlehren.
  • Deine Gäste: Familien mit Jugendlichen sitzen jeden Tag in deinem Restaurant. Ein Hinweis auf der Speisekarte oder am Eingang kostet nichts.
  • Schulen und Social Media: Ein Kochkurs für eine Sek-Klasse bleibt in Erinnerung. Kurze Videos aus der Küche, gedreht von deinen Lernenden, wirken echter als Werbefotos.

Was ein gutes Inserat ausmacht

Schreib, was für ein Betrieb du bist: Landgasthof, Stadtrestaurant, Hotel mit Bankettsaal oder Personalrestaurant mit geregelten Zeiten. Nenne Lohn, Einsatzzeiten, freie Tage und ob es Verpflegung oder ein Personalzimmer gibt. Wenn deine Küche abends früh schliesst oder sonntags zu ist, gehört das ganz nach oben. Mehr Tipps stehen im Ratgeber Lehrstelleninserat.

Eine gute Schnupperlehre in der Gastronomie

Eine Schnupperlehre dauert 1 bis 5 Tage. Plane sie so, dass die Jugendlichen auch einen echten Service erleben, nicht nur Gemüse rüsten.

  • Ein Tag mit Mittagsservice, damit die Jugendlichen den Puls des Betriebs spüren.
  • Eine kleine eigene Aufgabe, zum Beispiel ein Dessert anrichten oder einen Tisch eindecken.
  • Kochjacke oder Schürze in passender Grösse und eine kurze Hygieneeinführung.
  • Arbeitszeiten, die zum Jugendarbeitsschutz passen.
  • Ein gemeinsames Personalessen mit dem Team.
  • Ein Feedbackgespräch und eine schriftliche Rückmeldung am Schluss.

Mehr Ideen stehen unter Schnupperlehre.

Lohn laut Empfehlungen

Lohnempfehlungen in Gastronomie und Hotellerie pro Monat
Beruf1. Lehrjahr2. Lehrjahr3. Lehrjahr
Koch/Köchin EFZCHF 1'020CHF 1'300CHF 1'550
Restaurantfachmann/-frau EFZCHF 1'020CHF 1'300CHF 1'550
Fachmann/-frau Hotellerie-Hauswirtschaft EFZCHF 1'020CHF 1'300CHF 1'550
Küchenangestellte/r EBACHF 1'020CHF 1'300Lehre 2 Jahre
Bäcker/in-Konditor/in-Confiseur/in EFZCHF 850CHF 1'050CHF 1'400

Quelle: Lohnempfehlungen der Berufsverbände auf berufsberatung.ch, Stand Oktober 2026. Dein Betrieb kann davon abweichen.

Rechne ehrlich: Laut der Kosten-Nutzen-Erhebung 2025 des EHB bringt eine Lehre als Koch/Köchin EFZ einem Betrieb über die ganze Lehre im Schnitt nur CHF 490 Nettonutzen. Der grösste Gewinn kommt oft später, wenn du gut ausgebildete Leute im Team behältst. Mehr dazu unter Was kostet ein Lernender?

Verband und Unterstützung

Hotel & Gastro formation Schweiz ist die Bildungsorganisation der Branche, getragen von GastroSuisse, HotellerieSuisse und Hotel & Gastro Union. Dort findest du Informationen zur Grundbildung und zu den üK. Ob für deine Branche ein allgemeinverbindlicher Berufsbildungsfonds gilt, zeigt die Liste des SBFI.

Im Kanton Zürich sind Lehrbetriebe von der Abgabe an den kantonalen Berufsbildungsfonds befreit. Der Fonds unterstützt dich mit Beiträgen an die üK und mit CHF 250 an den Berufsbildnerkurs. Mehr auf der Seite des Kantons.

Jimmy als ein Weg

Jimmy startet in der Schweiz mit einem Pilot. Jugendliche legen dort ein Profil an und bewerben sich ohne Motivationsschreiben. In der Gastronomie zählen Freude am Gast und Einsatz mehr als Noten. Für dich ist Jimmy ein zusätzlicher Kanal neben LENA, Schulen und Schnupperlehre. Damit deine Lernenden bis zum Abschluss bleiben, lies Lehrabbruch verhindern.

Häufige Fragen

Wie lange dürfen Lernende unter 18 abends arbeiten?

Unter 16 Jahren bis 20 Uhr, ab 16 Jahren bis 22 Uhr. Vor einem Tag an der Berufsfachschule oder im üK ist um 20 Uhr Schluss. Nacht- und Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten, Ausnahmen regelt die Bildungsverordnung. Details stehen in den FAQ des SECO.

Wie viel verdienen Lernende in der Gastronomie?

Laut den Empfehlungen auf berufsberatung.ch verdienen Lernende als Koch/Köchin EFZ, Restaurantfachmann/-frau EFZ und Fachmann/-frau Hotellerie-Hauswirtschaft EFZ CHF 1'020 im 1., CHF 1'300 im 2. und CHF 1'550 im 3. Lehrjahr pro Monat.

Gibt es auch zweijährige Lehren in der Gastronomie?

Ja. Küchenangestellte/r EBA, Restaurantangestellte/r EBA und Praktiker/in Hotellerie-Hauswirtschaft EBA dauern 2 Jahre. Mit dem Berufsattest geht es danach in die passende EFZ-Lehre weiter.

Wie finde ich über Jimmy Lernende?

Jimmy startet in der Schweiz mit einem Pilot. Jugendliche legen ein Profil an und bewerben sich ohne Motivationsschreiben. Für dich ist das ein zusätzlicher Kanal neben LENA und Schnupperlehre.

Weiterlesen

Für Lehrbetriebe

Lernende finden ohne Inserat

Bei Jimmy stellen sich Jugendliche mit einem kurzen Profil vor, ohne Motivationsschreiben. Du siehst, wer zu deinem Betrieb passt, und fragst direkt an. Jimmy startet in der Schweiz mit einem Pilot.