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Ratgeber · Für Lehrbetriebe

Was kostet ein Lernender, was bringt er dem Lehrbetrieb?

Lernende kosten Lohn und Betreuungszeit, sie arbeiten aber auch produktiv mit. Die grosse Erhebung des Bundes zeigt: In den meisten Lehrverhältnissen überwiegt am Ende der Nutzen. Hier siehst du die Zahlen, die Kosten im Detail und was der Kanton Zürich übernimmt.

Der Kostenrechner

Rechne aus, was dich ein Lernender in einem Lehrjahr kostet: Lohn, Sozialbeiträge, die Zeit deiner Berufsbildnerin oder deines Berufsbildners und die Kurse. Für viele Berufe kannst du die Lohnempfehlung direkt eintragen lassen.

Kostenrechner

Was kostet dein Lernender im Lehrjahr?

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Lohn
Weitere Kosten des Betriebs

Die Sätze für Familienzulagen und Berufsunfall stehen in den Unterlagen deiner Ausgleichskasse und deiner Unfallversicherung. Arbeitswochen pro Jahr: 47 (52 minus 5 Wochen Ferien).

  • Lohn im Jahr…
  • AHV, IV, EO und ALV (0 %)…
  • Familienzulagen und Berufsunfall…
  • Zeit der Berufsbildnerin…
  • Kurse und Material…
  • Beiträge…
Bruttokosten im Lehrjahr …

Dem stehen die Leistungen deines Lernenden gegenüber. Laut der Kosten-Nutzen-Erhebung (Ausbildungsjahr 2022/23) bringen im Schnitt 71 Prozent der Lehrverhältnisse dem Betrieb einen Nettonutzen, im Durchschnitt rund CHF 4'500 pro Lehrjahr.

Näherung zum Planen, keine Lohn- oder Steuerberatung. Arbeitgeberbeitrag AHV, IV und EO 5.3 %, ALV 1.1 % (2026, BSV), ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag. Pensionskasse fällt erst ab einem Jahreslohn über CHF 22'680 an. Lohnempfehlungen je Beruf von den Berufsverbänden laut berufsberatung.ch. Nettonutzen: SBFI, Kosten-Nutzen-Erhebung.

Ein Lernender kostet deinen Betrieb Geld: Lohn, Sozialabzüge, Kurse und vor allem die Zeit, die du in die Ausbildung steckst. Gleichzeitig arbeiten Lernende von Anfang an mit und übernehmen mit jedem Lehrjahr mehr. Wie das unter dem Strich aussieht, untersucht der Bund regelmässig. Hier sind die wichtigsten Zahlen und die Kosten, mit denen du rechnen solltest.

Was die Kosten-Nutzen-Erhebung zeigt

Das Eidgenössische Hochschulinstitut für Berufsbildung (EHB) hat im Auftrag des SBFI zum fünften Mal erhoben, was Lehrbetriebe die Lehre kostet und was sie ihnen bringt. Die Daten stammen aus dem Ausbildungsjahr 2022/23, veröffentlicht wurden sie im November 2025. Die Ergebnisse beim SBFI in Kürze:

  • Im Durchschnitt bleibt den Betrieben ein Nettonutzen von rund CHF 4'500 pro Lehrjahr und Lehrverhältnis.
  • 71 Prozent der Lehrverhältnisse bringen dem Betrieb unter dem Strich einen Nettonutzen.
  • Über die ganze Lehre liegt der durchschnittliche Nettonutzen bei CHF 9'630 für eine EBA-Lehre und bei CHF 13'940 für eine dreijährige EFZ-Lehre.
  • 80 Prozent der Betriebe sind mit der Ausbildung zufrieden.

Nettonutzen heisst: Der Wert der produktiven Arbeit der Lernenden ist höher als alle Kosten der Ausbildung zusammen, inklusive Lohn und Betreuungszeit.

Grosse Unterschiede je Beruf

Wie gut sich eine Lehre rechnet, hängt stark vom Beruf ab. Die Beispiele zeigen den durchschnittlichen Nettonutzen über die ganze Lehre laut EHB:

BerufNettonutzen ganze Lehre
Zimmermann EFZplus CHF 39'200
Montage-Elektriker EFZplus CHF 15'850
Kaufleute EFZplus CHF 12'750
Detailhandelsfachleute EFZplus CHF 10'700
Koch EFZplus CHF 490
Informatiker EFZminus CHF 2'260

Bei den Informatikern bleiben im Schnitt Nettokosten, der Wert ist laut EHB aber statistisch nicht signifikant. In solchen Berufen rechnet sich die Lehre vor allem später, wenn du die Lernenden nach dem Abschluss weiterbeschäftigst.

Der Nutzen nach der Lehre

Ein Teil des Nutzens zeigt sich erst nach dem Qualifikationsverfahren. Bei den Kaufleuten EFZ kostet es einen Betrieb laut EHB rund CHF 26'740, eine externe Fachkraft zu rekrutieren und einzuarbeiten. 46 Prozent der Kaufleute bleiben nach der Lehre im Lehrbetrieb. Im Schnitt spart der Betrieb mit der Weiterbeschäftigung rund CHF 15'400.

Lehrlingslohn und Sozialabzüge

Einen gesetzlichen Mindestlohn für Lernende gibt es nicht. Du vereinbarst den Lohn im Lehrvertrag. Die Berufsverbände geben Empfehlungen ab, an die sich die meisten Betriebe halten. In manchen Branchen legt ein Gesamtarbeitsvertrag Minimallöhne fest. Der Lohn steigt mit jedem Lehrjahr. Den Richtlohn für deinen Beruf findest du beim Verband oder auf berufsberatung.ch.

Ein Beispiel: Der kaufmännische Verband (kfmv) empfiehlt für Kaufleute EFZ und Detailhandelsfachleute EFZ mit Lehrbeginn 2027 folgende Monatslöhne, jeweils 13-mal im Jahr:

LehrjahrEmpfehlung kfmv 2027
1. LehrjahrCHF 840
2. LehrjahrCHF 1'060
3. LehrjahrCHF 1'530

Sozialversicherungen

  • AHV/IV/EO: Beiträge fallen ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag an, wie das Merkblatt 2.01 der AHV erklärt. Vorher zahlst du auf dem Lehrlingslohn keine Beiträge. Danach gelten die üblichen Sätze, den Arbeitgeberanteil trägst du.
  • Unfallversicherung: Lernende sind ab dem ersten Tag gegen Berufsunfall versichert. Diese Prämie zahlst du als Arbeitgeber, du darfst sie nicht vom Lohn abziehen. Die Prämie für Nichtberufsunfall darfst du dem Lohn belasten, manche Lehrbetriebe übernehmen sie trotzdem. Mehr dazu im KMU-Portal des Bundes.
  • Pensionskasse: Obligatorisch erst ab einem Jahreslohn über CHF 22'680. Die meisten Lehrlingslöhne liegen darunter.

Ebenfalls nicht vom Lohn abziehen darfst du die Kosten für Berufsfachschule, üK und Abschlussprüfungen. Die Zeit für Schule, üK und QV gibst du ohne Lohnabzug frei.

Kosten für üK und QV

Die Berufsfachschule bezahlt der Kanton. Die überbetrieblichen Kurse (üK) tragen Lehrbetrieb und Kanton gemeinsam. Dazu kommt beim Qualifikationsverfahren (QV) Aufwand, etwa wenn die praktische Prüfung in deinem Betrieb stattfindet.

Was der Berufsbildungsfonds Zürich übernimmt

Im Kanton Zürich unterstützt der kantonale Berufsbildungsfonds die Lehrbetriebe. Über 90 Prozent der Mittel fliessen an sie zurück:

  • üK-Beitrag: eine Pauschale von rund 20 Prozent der Vollkosten, je nach Beruf CHF 30 bis 110 pro üK-Tag und lernender Person.
  • QV: Beiträge an Raum und Material. Findet die praktische Prüfung im eigenen Betrieb statt, gibt es eine Pauschale von CHF 450.
  • Berufsbildnerkurs: CHF 250, direkt beim Kursanbieter abgezogen.

Finanziert wird der Fonds über eine Abgabe von 1 Promille der AHV-Lohnsumme. Diese zahlen nur Arbeitgeber, die nicht ausbilden. Lehrbetriebe sind davon befreit, ebenso Mitglieder eines Lehrbetriebsverbunds, Arbeitgeber mit einem allgemeinverbindlichen Branchenfonds und Betriebe mit einer Lohnsumme unter CHF 250'000. Auch andere Kantone und viele Branchen kennen Berufsbildungsfonds. Frag beim Berufsbildungsamt deines Kantons und bei deinem Verband nach. Einen Überblick über Beiträge gibt der Ratgeber Förderung für Lehrbetriebe.

Die Zahlen der Kosten-Nutzen-Erhebung sind Durchschnittswerte. Wie es in deinem Betrieb aussieht, hängt vor allem davon ab, wie früh du Lernende produktiv mitarbeiten lässt und wie gut du sie begleitest. Wie du Lehrbetrieb wirst, steht unter Lehrbetrieb werden, den ganzen Weg zeigt Dein erster Lernender.

Häufige Fragen

Lohnt sich eine Lehre für meinen Betrieb?

In den meisten Fällen ja. Laut der Kosten-Nutzen-Erhebung von EHB und SBFI haben 71 Prozent der Lehrverhältnisse einen Nettonutzen, im Schnitt rund CHF 4'500 pro Lehrjahr. Je nach Beruf sind die Unterschiede aber gross.

Gibt es in der Schweiz einen Mindestlohn für Lernende?

Nein. Den Lehrlingslohn vereinbarst du im Lehrvertrag. Die Berufsverbände geben Empfehlungen ab, an die sich die meisten Betriebe halten. In manchen Branchen legt ein GAV Minimallöhne fest.

Ab wann zahle ich AHV-Beiträge auf den Lehrlingslohn?

Ab dem 1. Januar nach dem 17. Geburtstag der lernenden Person. Vorher fallen auf dem Lehrlingslohn keine AHV/IV/EO-Beiträge an.

Muss ich in Zürich in den Berufsbildungsfonds einzahlen?

Nicht als Lehrbetrieb. Die Abgabe von 1 Promille der AHV-Lohnsumme zahlen nur Arbeitgeber, die nicht ausbilden. Lehrbetriebe sind befreit und erhalten Beiträge aus dem Fonds.

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