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Ratgeber · Für Jugendliche

Schnupperlehre: so findest du einen Platz und machst einen guten Eindruck

In der Schnupperlehre arbeitest du ein paar Tage in einem Lehrbetrieb mit und siehst, wie ein Beruf wirklich ist. Gleichzeitig lernt der Betrieb dich kennen. Hier erfährst du, wann du schnupperst, wie du einen Platz findest und worauf es in diesen Tagen ankommt.

Was eine Schnupperlehre ist

In einer Schnupperlehre bist du einen bis fünf Tage in einem Lehrbetrieb. Du schaust den Fachleuten über die Schulter, hilfst bei einfachen Arbeiten mit und stellst Fragen. So merkst du schnell, ob dir ein Beruf gefällt: die Arbeit selbst, das Team, der Arbeitsweg, die Arbeitszeiten.

Für den Betrieb ist die Schnupperlehre ebenfalls wichtig. Viele Lehrbetriebe wählen ihre Lernenden aus den Jugendlichen aus, die bei ihnen geschnuppert haben. Eine gute Schnupperlehre ist darum oft der erste Schritt zur Lehrstelle.

Wann du schnupperst

Die meisten Jugendlichen schnuppern in der 2. Sek und zu Beginn der 3. Sek. In der 2. Sek erkundest du verschiedene Berufe, ab Sommer und Herbst der 3. Sek bewirbst du dich. Den genauen Fahrplan für den Kanton Zürich findest du im Berufswahlfahrplan des Berufswahl-Portals. Frag auch deine Lehrperson, wie es an deiner Schule läuft.

Manche Sekundarschulen legen ein festes Schnupperfenster fest. Dann bekommst du in dieser Zeit frei. Gibt es das an deiner Schule nicht, legst du die Schnupperlehren am besten in die Schulferien. Das empfiehlt auch das biz des Kantons Zürich.

Eine feste Zahl an Schnupperlehren gibt es nicht. Viele Jugendliche schnuppern in zwei bis vier Berufen. Lieber zwei Berufe gründlich kennenlernen als sechs nur oberflächlich.

So findest du einen Schnupperplatz

Im Kanton Zürich läuft die Koordination der Schnupperlehren über das Berufswahl-Portal. Frag deine Lehrperson, wie du es an deiner Schule nutzt. In anderen Kantonen fragst du beim biz oder bei der Berufsberatung deines Kantons nach, wo die Angebote stehen.

Daneben lohnt es sich, Betriebe direkt anzufragen. Auch wenn ein Betrieb nirgends etwas ausschreibt, nimmt er oft gern Schnupperlernende. Gute Ideen für Betriebe bekommst du von deiner Familie, von Bekannten, von deiner Lehrperson und im biz.

  1. Betrieb aussuchen Schau auf der Website des Betriebs, welche Lehrberufe er anbietet und wer für die Lernenden zuständig ist.
  2. Anrufen oder schreiben Ruf an oder schreib eine kurze Mail. Sag, wer du bist, in welche Klasse du gehst, welchen Beruf du kennenlernen willst und in welcher Woche du Zeit hast.
  3. Unterlagen bereithalten Manche Betriebe wollen vorher einen kurzen Lebenslauf oder dein letztes Zeugnis sehen. Halte beides als PDF bereit.
  4. Nachfassen Kommt nach einer Woche keine Antwort, frag freundlich nach. Das zeigt, dass es dir ernst ist.

Am Telefon kann das so klingen: „Grüezi, ich heisse Lea und gehe in die 2. Sek. Ich interessiere mich für den Beruf Fachfrau Gesundheit und möchte gern in den Herbstferien bei Ihnen schnuppern. Ist das möglich?“

Was du mitnimmst

  • Kleidung, die zum Beruf passt. Frag vorher, ob du Arbeitskleidung oder feste Schuhe brauchst.
  • Notizblock und Stift für Fragen und Eindrücke
  • Znüni, Mittagessen oder Geld dafür
  • Ein Schnupperbericht oder Bewertungsbogen, falls deine Schule einen abgibt
  • Handy auf lautlos, am besten in der Tasche

So machst du einen guten Eindruck

Du musst in der Schnupperlehre noch nichts können. Der Betrieb achtet vor allem darauf, wie du dich verhältst.

  • Pünktlich sein: Komm lieber fünf Minuten zu früh. Plane den Arbeitsweg am Vortag.
  • Grüssen und vorstellen: Grüss die Leute im Team und stell dich mit Namen vor.
  • Fragen stellen: Was gefällt euch am Beruf? Wie sieht ein normaler Tag aus? Fragen zeigen Interesse.
  • Mithelfen: Biete von dir aus Hilfe an, auch bei einfachen Aufgaben wie Aufräumen.
  • Ehrlich bleiben: Wenn du etwas nicht verstehst, frag nach. Das ist besser als raten.

Was Schnupperlernende nicht dürfen

Auch beim Schnuppern gilt der Jugendarbeitsschutz. Gefährliche Arbeiten sind für dich tabu. Du darfst zum Beispiel keinen Gabelstapler fahren. Nacht- und Sonntagsarbeit sind für Jugendliche grundsätzlich verboten. Mehr dazu steht in den Fragen und Antworten des SECO zum Jugendarbeitsschutz. Wenn dir etwas komisch vorkommt, sprich mit deinen Eltern oder deiner Lehrperson.

Feedback und Schnupperbericht

Bitte den Betrieb am Ende um ein schriftliches Feedback. Viele Schulen geben dafür einen Bewertungsbogen mit. Dieses Feedback ist doppelt wertvoll: Du erfährst, wie du gewirkt hast, und du kannst es später deiner Bewerbung beilegen.

Schreib dir nach jedem Tag auf, was dir gefallen hat und was nicht. Diese Notizen helfen dir beim Vergleichen der Berufe und später beim Motivationsschreiben.

Frag am letzten Tag direkt: „Bieten Sie nächsten Sommer eine Lehrstelle in diesem Beruf an, und wie kann ich mich bewerben?“ So zeigst du Interesse, und du weisst, wie es weitergeht.

Von der Schnupperlehre zur Lehrstelle

Hat es dir gefallen, bewirb dich bald bei diesem Betrieb. Schreib im Motivationsschreiben, dass du dort geschnuppert hast und was dich überzeugt hat. Leg den Schnupperbericht bei. Wie ein vollständiges Bewerbungsdossier aussieht, liest du unter Bewerbung für die Lehrstelle.

Hat es dir nicht gefallen, ist das auch ein Ergebnis. Du weisst jetzt, was du nicht willst, und kannst gezielter weitersuchen. Wann Lehrstellen ausgeschrieben werden und wo du sie findest, steht unter Lehrstelle finden.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Schnupperlehre?

Meist zwischen einem und fünf Tagen. Wie lange genau, sprichst du mit dem Lehrbetrieb ab.

Wie viele Schnupperlehren sollte ich machen?

Eine feste Zahl gibt es nicht. Viele Jugendliche schnuppern in zwei bis vier Berufen, bevor sie sich bewerben. Wichtig ist, dass du am Ende weisst, welcher Beruf zu dir passt.

Bekomme ich in der Schnupperlehre Lohn?

In der Regel nicht. Die Schnupperlehre dient dem Kennenlernen. Manche Betriebe offerieren dir das Mittagessen, darauf hast du aber keinen Anspruch.

Kann ich auch in den Ferien schnuppern?

Ja. Wenn deine Schule kein festes Schnupperfenster hat, legst du die Schnupperlehren am besten in die Schulferien. So verpasst du keinen Unterricht.

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