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Ratgeber · Für Jugendliche

Lehre nach der Sek A, B oder C und nach dem Gymnasium: welche Lehre passt zu dir?

Ob du in die Sek A, B oder C gehst, spielt bei der Lehrstellensuche eine Rolle, aber nicht die einzige. Jeder Beruf stellt andere schulische Anforderungen, und viele Lehrbetriebe schauen genauso auf Schnupperlehre und Einsatz. Hier erfährst du, wie du einschätzt, welche Lehren zu deinem Niveau passen, wie die EBA-Lehre funktioniert und was nach dem Gymnasium möglich ist.

Das Wichtigste zuerst

Für eine Lehre brauchst du den Abschluss der obligatorischen Schule. Einen bestimmten Sek-Typ schreibt das Gesetz nicht vor. Der Lehrbetrieb entscheidet selbst, wen er als Lernende oder Lernenden einstellt. Rund zwei Drittel der Jugendlichen in der Schweiz wählen nach der obligatorischen Schule eine Lehre, und es stehen rund 250 Berufe zur Wahl. So steht es in der Broschüre Berufsbildung in der Schweiz 2025 des Bundes.

Trotzdem spielt deine Sek eine Rolle. Viele Berufe setzen bestimmte Kenntnisse in Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften voraus. Lehrbetriebe schauen darum auf Zeugnisse und oft auf einen Eignungstest. Fast genauso wichtig sind aber deine Schnupperlehre, dein Auftreten und ob man spürt, dass du den Beruf wirklich willst.

Sek A, B und C: was das heisst

Im Kanton Zürich hat die Sekundarschule die Abteilungen A, B und C. A hat die höchsten schulischen Anforderungen, C die grundlegenden. Die Gemeinde entscheidet, ob sie alle drei oder nur A und B führt. In Fächern wie Mathematik, Deutsch, Französisch und Englisch gibt es an vielen Schulen zusätzlich Anforderungsstufen. Du kannst also zum Beispiel in der Sek B sein und Mathematik auf der höheren Stufe haben. Mehr dazu erklärt der Kanton auf seiner Seite zur Sekundarschule.

In anderen Kantonen heissen die Niveaus anders, das Prinzip ist aber ähnlich. Wichtig für die Lehrstellensuche: Erzähl im Gespräch ruhig, in welchen Fächern du auf welcher Stufe bist, gerade wenn du in einem wichtigen Fach höher eingestuft bist.

So findest du heraus, was ein Beruf verlangt

  1. Anforderungsprofil anschauen Auf anforderungsprofile.ch siehst du für viele Lehrberufe, welche schulischen Kenntnisse erwartet werden. Du kannst mehrere Berufe vergleichen.
  2. Berufsseite lesen Auf berufsberatung.ch und bei uns unter Berufe steht, welche Fächer im Beruf wichtig sind und ob Betriebe oft einen Eignungstest verlangen.
  3. Mit dem biz sprechen Die Berufsberatung kennt die Anforderungen und hilft dir einzuschätzen, wo deine Chancen gut sind.
  4. Schnuppern In der Schnupperlehre merkst du selbst, ob dir die Arbeit liegt. Und der Betrieb sieht, was du kannst.

Die Anforderungsprofile wurden zusammen mit den Berufsverbänden erarbeitet. Sie zeigen, was ein Beruf schulisch verlangt, nicht, welche Sek du besucht haben musst. Alle Berufe mit Lohn, Dauer und Aufgaben findest du auch unter Berufe.

Eine grobe Orientierung

Die folgende Übersicht ist nur ein Anhaltspunkt. Sie teilt einige Berufe danach ein, wie stark Schulfächer in der Lehre zählen. Ob ein Beruf zu dir passt, entscheiden am Ende deine Stärken, deine Schnupperlehre und der Lehrbetrieb.

Schulische AnforderungenBeispieleWer hier oft gute Chancen hat
Eher hoch: viel Mathematik, Sprachen oder TheorieInformatiker/in EFZ, Elektroniker/in EFZ, Konstrukteur/in EFZ, Kaufmann/-frau EFZ, Mediamatiker/in EFZ, Medizinische/r Praxisassistent/in EFZJugendliche aus der Sek A oder mit hohen Stufen in den wichtigen Fächern
Mittel: solide Grundlagen, viel PraxisFachmann/-frau Gesundheit EFZ, Elektroinstallateur/in EFZ, Detailhandelsfachmann/-frau EFZ, Logistiker/in EFZ, Schreiner/in EFZ, Koch/Köchin EFZJugendliche aus der Sek A oder B, je nach Beruf und Betrieb
Eher praktisch: Geschick und Einsatz zählen mehr als NotenCoiffeur/Coiffeuse EFZ, Maler/in EFZ, Maurer/in EFZ, Gärtner/in EFZ, Fachmann/-frau Hotellerie-Hauswirtschaft EFZJugendliche aus der Sek B, oft auch aus der Sek C
Zweijährige EBA-Lehre: praktisch ausgerichtetDetailhandelsassistent/in EBA, Logistiker/in EBA, Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA, Küchenangestellte/r EBA, Schreinerpraktiker/in EBAJugendliche, denen die Schule schwerer fällt, die aber gern anpacken

Wichtig: Auch in Berufen mit hohen Anforderungen gibt es Lernende aus der Sek B, und in praktischen Berufen viele aus der Sek A. Lass dich von der Tabelle nicht abschrecken, sondern schau dir das Anforderungsprofil des Berufs an, der dich interessiert.

Die EBA-Lehre: ein guter Einstieg

Die Lehre mit eidgenössischem Berufsattest (EBA) dauert zwei Jahre. Sie richtet sich an Jugendliche, die eher praktisch begabt sind und denen die Schule schwerer fällt. Du gehst an einem Tag pro Woche in die Berufsfachschule, den Rest der Zeit arbeitest du im Lehrbetrieb. Die Unterschiede zur drei- oder vierjährigen EFZ-Lehre erklärt berufsberatung.ch unter Unterschiede zwischen EBA und EFZ.

Das EBA ist ein vollwertiger Berufsabschluss. Und es ist kein Ende: Mit guten Leistungen kannst du danach eine EFZ-Lehre im gleichen Berufsfeld anhängen, zum Beispiel von Detailhandelsassistent/in EBA zu Detailhandelsfachmann/-frau EFZ oder von Logistiker/in EBA zu Logistiker/in EFZ. Oft wird die EFZ-Lehre dann verkürzt. Ob und wie stark, entscheiden Lehrbetrieb und kantonales Amt für Berufsbildung.

Mit einem guten EBA in der Tasche hast du bei der Suche nach einer EFZ-Lehrstelle oft bessere Karten als direkt nach der Sek. Du kennst den Beruf, hast Erfahrung und kannst Zeugnisse aus der Berufsfachschule zeigen.

Ehrlich gesagt: hier wird es schwerer

In manchen Berufen beginnen fast nur Jugendliche mit starken Leistungen in Mathematik, Sprachen oder Naturwissenschaften. Dazu gehören viele technische und kaufmännische Berufe und die Informatik. Mit der Sek B oder C ist eine solche Lehrstelle nicht unmöglich, aber du brauchst mehr als dein Zeugnis: eine überzeugende Schnupperlehre, einen guten Eignungstest und Ausdauer.

Manchmal lohnt sich ein Umweg. Du kannst zuerst eine Lehre in einem verwandten Beruf oder eine EBA-Lehre machen und danach den nächsten Schritt gehen. Oder du nutzt ein Brückenangebot, um schulisch aufzuholen. Welche es im Kanton Zürich gibt, steht unter Keine Lehrstelle gefunden.

So verbesserst du deine Chancen

  • Schnuppere im Wunschberuf, am besten in einem Betrieb, bei dem du dich bewerben willst.
  • Bitte nach jeder Schnupperlehre um einen schriftlichen Schnupperbericht.
  • Nutze die Ferien für eine zweite Schnupperlehre oder einen Ferienjob.
  • Ruf beim Betrieb an oder geh vorbei, statt nur eine Mail zu schicken.
  • Arbeite an den Fächern, die im Anforderungsprofil deines Berufs wichtig sind.
  • Bereite dich auf einen Eignungstest vor, wenn der Beruf oft einen verlangt.
  • Hol dir Unterstützung im biz oder bei deiner Lehrperson.

Noten sind nicht alles. Wie du dich mit einem starken Dossier bewirbst, liest du unter Bewerbung für die Lehrstelle. Wie du in der Schnupperlehre überzeugst, steht im Ratgeber Schnupperlehre.

Lehre nach dem Gymnasium

Auch mit der gymnasialen Matura ist eine Lehre ein guter Weg. Du lernst direkt im Betrieb, verdienst ab dem ersten Monat einen Lohn und hast nach wenigen Jahren einen anerkannten Berufsabschluss. Danach steht dir immer noch ein Studium offen, oft mit einem klareren Ziel.

Verkürzte Lehre

Mit der Matura kannst du eine Lehre in der Regel um ein Jahr verkürzen: Eine dreijährige Lehre dauert dann zwei Jahre, eine vierjährige drei. Den allgemeinbildenden Unterricht an der Berufsfachschule musst du meist nicht mehr besuchen, weil die Matura deine Allgemeinbildung schon belegt. Dafür braucht es das Einverständnis des Lehrbetriebs und des kantonalen Amts für Berufsbildung. Einen Betrieb suchst du selbst. Details stehen auf berufsberatung.ch unter Verkürzte Lehre nach der Maturität.

Way-up

Eine besondere Form ist die Way-up-Lehre. Sie richtet sich nur an Jugendliche mit gymnasialer Matura, dauert zwei statt vier Jahre und führt zum EFZ. Laut berufsberatung.ch gibt es sie in Berufen wie Automatiker/in EFZ, Elektroniker/in EFZ, Informatiker/in EFZ, Konstrukteur/in EFZ, Polymechaniker/in EFZ, Mediamatiker/in EFZ und Kaufmann/-frau EFZ. Nicht jeder Betrieb bietet sie an, und die Angebote unterscheiden sich je nach Kanton.

Ehrlich gesagt: die Matura allein reicht nicht

Mit der Matura hast du gute Karten, aber keine Garantie auf eine Lehrstelle. Lehrbetriebe wollen sehen, dass du den Beruf wirklich willst und die Lehre nicht nur als Pause vor dem Studium siehst. Sei ehrlich: Willst du später studieren, sag das und erklär, warum dir die Lehre trotzdem wichtig ist. Eine Schnupperlehre und klare Gründe überzeugen oft mehr als gute Noten.

Hast du das Gymnasium vor der Matura verlassen, bewirbst du dich wie alle anderen für eine normale Lehre. Erzähl offen, warum du gewechselt hast. Viele Betriebe schätzen, wenn jemand eine bewusste Entscheidung getroffen hat.

Wie es nach der Lehre weitergeht

Mit der Lehre ist nicht Schluss. Mit dem EFZ steht dir die höhere Berufsbildung offen, etwa eine Berufsprüfung, eine höhere Fachprüfung oder eine höhere Fachschule. Mit der Berufsmaturität, während oder nach der Lehre, kommst du ohne Prüfung an eine Fachhochschule. Mit der Passerelle ist danach auch ein Weg an die Universität möglich. Wie die Berufsmaturität funktioniert, erklärt der Ratgeber Berufsmaturität.

Wann du dich für einen Lehrbeginn im August 2027 bewerben solltest und was du dabei beachtest, steht im Überblick Lehre 2027. Den ganzen Weg zur Lehrstelle zeigt die Lehre-Roadmap.

Häufige Fragen

Kann ich mit der Sek B eine anspruchsvolle Lehre machen?

Das ist möglich. Ein bestimmter Sek-Typ ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, der Lehrbetrieb entscheidet. Gute Noten in den wichtigen Fächern, eine starke Schnupperlehre und ein guter Eignungstest erhöhen deine Chancen deutlich.

Was ist eine EBA-Lehre?

Eine zweijährige Lehre mit eidgenössischem Berufsattest. Sie ist praktischer ausgerichtet als eine EFZ-Lehre. Mit guten Leistungen kannst du danach eine EFZ-Lehre im gleichen Berufsfeld anhängen.

Kann ich die Lehre nach der Matura verkürzen?

Ja, oft um ein Jahr. Dafür braucht es das Einverständnis des Lehrbetriebs und des kantonalen Amts für Berufsbildung. Den allgemeinbildenden Unterricht musst du meist nicht mehr besuchen.

Wo sehe ich, welche schulischen Anforderungen ein Beruf hat?

Auf anforderungsprofile.ch kannst du die schulischen Anforderungen vieler Lehrberufe anschauen und vergleichen. Dazu kommen die Berufsseiten auf berufsberatung.ch und ein Gespräch im biz.

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