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Ratgeber · Für Lehrbetriebe

Lernende finden im Gesundheitswesen: Nachwuchs für Spital, Heim und Spitex

Spitäler, Alters- und Pflegeheime und die Spitex brauchen dringend Nachwuchs. Viele Jugendliche wollen etwas Sinnvolles tun, haben aber Respekt vor Schichtdienst und schwierigen Momenten. Hier liest du, wie du sie ehrlich ansprichst und für eine Lehre gewinnst.

  • 5 Minuten Lesezeit
  • Aktualisiert am 26.10.2026

Im Gesundheitswesen arbeiten Lernende nah am Menschen. Sie helfen beim Aufstehen, messen den Blutdruck, hören zu und merken jeden Tag, dass ihre Arbeit zählt. Genau das suchen viele Jugendliche. Gleichzeitig haben sie und ihre Eltern Fragen zu Schichtdienst, Belastung und Verantwortung. Wer diese Fragen offen beantwortet, gewinnt. Dieser Artikel zeigt wie, mit Fokus auf den Kanton Zürich.

Was Jugendliche im Gesundheitswesen suchen

  • Sinn: Jugendliche wollen sehen, was ihre Arbeit bewirkt. Erzähl von echten Situationen: der Bewohnerin, die nach Wochen wieder allein geht, dem Patienten, der sich bedankt.
  • Begleitung: Wer mit 15 oder 16 Jahren zum ersten Mal einen Menschen pflegt, braucht jemanden an der Seite. Sag, wer deine Lernenden begleitet und wie viel Zeit dafür da ist.
  • Ehrlichkeit beim Dienstplan: Früh- und Spätdienst, Wochenenden und Feiertage gehören dazu. Erkläre, wie du das für Lernende unter 18 planst und wie der Einsatzplan entsteht.
  • Perspektive: Nach der Lehre stehen die höhere Fachschule Pflege oder mit Berufsmaturität ein Studium offen. Viele Jugendliche kennen diesen Weg nicht.

Für Jugendliche unter 18 gelten besondere Regeln. Nacht- und Sonntagsarbeit ist grundsätzlich verboten. Ausnahmen in der beruflichen Grundbildung richten sich nach der Bildungsverordnung oder brauchen eine Bewilligung. Für dauernde oder regelmässige Nachtarbeit braucht es zudem ein ärztliches Zeugnis. Die Einzelheiten stehen in den FAQ des SECO und in der Wegleitung zur Jugendarbeitsschutzverordnung.

Typische Lehrberufe in Spital, Heim und Spitex

Die FaGe-Lehre ist der klassische Einstieg in Spital, Heim und Spitex. Die zweijährige AGS-Lehre passt für Jugendliche, die eher praktisch stark sind. Mit dem Berufsattest können sie danach in die FaGe-Lehre wechseln. Die FaBe-Lehre gehört in Heime und Einrichtungen, die Menschen im Alltag begleiten. Hotellerie-Hauswirtschaft ist ein Beruf, den viele Heime und Spitäler vergessen, obwohl sie ihn selbst ausbilden könnten.

Wann und wo Lernende suchen

Im Kanton Zürich erkunden Jugendliche in der 2. Sek Berufe und gehen schnuppern, ab Sommer und Herbst der 3. Sek bewerben sie sich. Lehrbeginn ist im August.

  1. Lehrstelle im LENA erfassen Kostenlos über das Lehrbetriebsportal oder die Meldestelle beim biz. Die Stelle erscheint auf berufsberatung.ch und im Berufswahl-Portal. Für Lehrbeginn 2027 werden Lehrstellen laut berufsberatung.ch ab August 2026 aufgeschaltet.
  2. Schnuppertage anbieten Im Kanton Zürich laufen Schnupperlehren über das Berufswahl-Portal. Biete dort feste Termine an, auch in den Schulferien.
  3. An Schulen gehen Eine Lernende im 2. Lehrjahr, die in einer Sek-Klasse von ihrem Alltag erzählt, überzeugt mehr als jede Broschüre.
  4. Im eigenen Haus suchen Jugendliche aus dem Freiwilligeneinsatz, Aushilfen und Angehörige von Mitarbeitenden kennen den Alltag schon. Sprich sie direkt an.

Die Termine findest du auf der Seite des Kantons Zürich für Betriebe und im Berufswahl-Portal. Wie Schulkontakte gelingen, steht unter Lernende über Schulen finden.

Was ein gutes Inserat ausmacht

Schreib, auf welcher Abteilung oder in welchem Team die Lernenden starten und was sie dort tun. Nenne den Lohn, die Dienstzeiten für Lernende unter 18 und wer sie begleitet. Spitex, Heim und Spital unterscheiden sich stark: Erkläre, was dein Haus ausmacht, zum Beispiel ein kleines Team oder viele verschiedene Abteilungen. Ein Satz einer aktuellen Lernenden wirkt glaubwürdiger als jede Beschreibung.

Eine gute Schnupperlehre im Gesundheitswesen

Eine Schnupperlehre dauert 1 bis 5 Tage. In der Pflege merken Jugendliche schnell, ob sie mit Nähe, Gerüchen und schwierigen Momenten umgehen können. Das ist gut so, für beide Seiten.

  • Eine feste Bezugsperson, die die Jugendlichen den ganzen Tag begleitet.
  • Ein kurzes Gespräch am Morgen: was heute passiert und was sie erleben können.
  • Einfache Aufgaben mit Menschen, zum Beispiel Essen begleiten oder ein Spiel mit Bewohnenden.
  • Ein Austausch mit Lernenden aus dem 1. und 3. Lehrjahr.
  • Ein Feedbackgespräch und eine schriftliche Rückmeldung am Schluss.

Plane auch Zeit für Fragen zu Gefühlen ein. Wer zum ersten Mal einen schwer kranken Menschen erlebt, will darüber reden. Mehr Ideen stehen im Ratgeber Schnupperlehre.

Lohn laut Empfehlungen

Lohnempfehlungen Gesundheit und Betreuung pro Monat
Beruf1. Lehrjahr2. Lehrjahr3. Lehrjahr
Fachmann/-frau Gesundheit EFZCHF 741CHF 988CHF 1'256
Assistent/in Gesundheit und Soziales EBACHF 741CHF 988Lehre 2 Jahre
Fachmann/-frau Betreuung EFZCHF 835CHF 1'045CHF 1'400
Fachmann/-frau Hotellerie-Hauswirtschaft EFZCHF 1'020CHF 1'300CHF 1'550

Quelle: Lohnempfehlungen der Berufsverbände auf berufsberatung.ch, Stand Oktober 2026. Je nach Kanton und Lehrbetrieb kann der Lohn abweichen.

Verband und Unterstützung

OdASanté ist die nationale Dachorganisation der Arbeitswelt Gesundheit und vertritt die Branche in Bildungsfragen. Für den Sozialbereich steht der Berufsbildungsfonds Fondssocial auf der Liste der allgemeinverbindlichen Berufsbildungsfonds des SBFI. Prüfe dort, ob er für deine Einrichtung gilt.

Für die Bildungsbewilligung verlangt der Kanton Zürich bei manchen Berufen zusätzliche Unterlagen, zum Beispiel bei FaBe. Kläre das früh mit dem Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Lehrbetriebe sind im Kanton Zürich von der Abgabe an den kantonalen Berufsbildungsfonds befreit und erhalten Beiträge an üK und Berufsbildnerkurs.

Jimmy als ein Weg

Jimmy startet in der Schweiz mit einem Pilot. Jugendliche legen dort ein Profil an und bewerben sich ohne Motivationsschreiben. Gerade in der Pflege zählen Haltung und Empathie mehr als ein schöner Brief. Für dich ist Jimmy ein zusätzlicher Kanal neben LENA, Schulen und Schnupperlehre. Damit gute Lernende auch bleiben, lies Lehrabbruch verhindern.

Häufige Fragen

Was bedeuten FaGe, AGS und FaBe?

FaGe steht für Fachmann oder Fachfrau Gesundheit EFZ (3 Jahre), AGS für Assistent/in Gesundheit und Soziales EBA (2 Jahre), FaBe für Fachmann oder Fachfrau Betreuung EFZ (3 Jahre). Alle drei sind Lehren mit Lehrbetrieb, Berufsfachschule und üK.

Dürfen Lernende unter 18 Nachtdienst oder Sonntagsdienst leisten?

Nacht- und Sonntagsarbeit ist für Jugendliche grundsätzlich verboten. Ausnahmen gibt es in der beruflichen Grundbildung, wenn die Bildungsverordnung sie vorsieht, oder mit Bewilligung. Für dauernde oder regelmässige Nachtarbeit braucht es ein ärztliches Zeugnis. Details stehen beim SECO.

Wie viel verdienen FaGe-Lernende?

Laut den Empfehlungen auf berufsberatung.ch etwa CHF 741 im 1., CHF 988 im 2. und CHF 1'256 im 3. Lehrjahr pro Monat. Je nach Kanton und Lehrbetrieb kann der Lohn abweichen.

Wie finde ich über Jimmy Lernende?

Jimmy startet in der Schweiz mit einem Pilot. Jugendliche legen ein Profil an und bewerben sich ohne Motivationsschreiben. Für dich ist das ein zusätzlicher Kanal neben LENA und Schnupperlehre.

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