Dein Weg in sechs Etappen
Die Etappen bauen aufeinander auf, du musst sie aber nicht streng nacheinander abarbeiten. Eine Schnupperlehre kann dir zum Beispiel erst zeigen, welcher Beruf zu dir passt. Wichtig ist, dass du an jedem Punkt weisst, was als Nächstes kommt.
- Berufe finden Herausfinden, was zu dir passt, und zwei oder drei Berufe auswählen.
- Schnuppern In einer Schnupperlehre prüfen, ob der Beruf im Alltag hält, was er verspricht.
- Bewerbungsdossier Motivationsschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse und Schnupperberichte bereitlegen.
- Bewerben Offene Lehrstellen sammeln und dich rechtzeitig melden.
- Vorstellungsgespräch Dich vorbereiten, damit du beim Kennenlernen ruhig bleibst.
- Zusage und Lehrvertrag Vertrag prüfen, unterschreiben und auf die Genehmigung warten.
Unten findest du zu jeder Etappe eine Liste zum Abhaken. Dein Stand bleibt in diesem Browser gespeichert. Was du nach dem Lehrvertrag bis zum ersten Lehrtag erledigst, steht in der Checkliste Lehrbeginn.
1. Berufe finden
Am Anfang steht die Frage, was dich interessiert und was du gut kannst. In der Schweiz kannst du aus rund 250 Lehrberufen wählen. Lass dich dabei nicht nur von Noten leiten. Viele merken erst im Gespräch oder beim Schnuppern, was ihnen liegt.
Ein guter Start ist der Schnell-Check. In wenigen Minuten bekommst du erste Vorschläge, die du dann auf den Berufsseiten genauer ansehen kannst. Im Kanton Zürich zeigt dir der Berufswahlfahrplan, was in welcher Klasse dran ist.
2. Schnuppern
Kein Text ersetzt ein paar Tage im echten Betrieb. In der Schnupperlehre siehst du, wie sich der Beruf anfühlt, und der Lehrbetrieb lernt dich kennen. Eine Schnupperlehre dauert meist einen bis fünf Tage. Nicht selten wird daraus später die Lehrstelle.
Wie du einen Platz findest und was du mitbringst, steht im Ratgeber Schnupperlehre.
3. Bewerbungsdossier vorbereiten
In der Schweiz verlangen die meisten Lehrbetriebe ein vollständiges Bewerbungsdossier. Wenn alles bereitliegt, kannst du schnell reagieren, sobald eine passende Lehrstelle ausgeschrieben ist.
Wie das Motivationsschreiben aufgebaut ist, liest du im Ratgeber Motivationsschreiben für die Lehrstelle. Was sonst ins Dossier gehört und wie Eignungstests ablaufen, steht unter Bewerbung für die Lehrstelle.
4. Bewerben
Jetzt geht es darum, die richtigen Lehrbetriebe zur richtigen Zeit zu erreichen. Die meisten Lehrstellen für einen Lehrbeginn im August werden ab August des Vorjahres ausgeschrieben, also zu Beginn der 3. Sek. Du findest sie zum Beispiel im Lehrstellennachweis auf berufsberatung.ch.
Nicht jeder Betrieb will ein Motivationsschreiben. Wie du dich auch ohne bewirbst, steht im Ratgeber Bewerbung ohne Motivationsschreiben. Klappt es nicht auf Anhieb, findest du unter Keine Lehrstelle gefunden deine Möglichkeiten.
5. Vorstellungsgespräch
Eine Einladung heisst: Der Lehrbetrieb will dich kennenlernen. Manchmal folgt danach noch eine zweite Schnupperlehre. Mit etwas Vorbereitung gehst du deutlich ruhiger hinein.
Wie ein Gespräch abläuft, steht im Ratgeber Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle. Typische Fragen mit Antwortideen findest du unter Fragen im Vorstellungsgespräch.
6. Zusage und Lehrvertrag
Geschafft, die Zusage ist da. Verbindlich wird sie mit dem Lehrvertrag. Darin stehen unter anderem Beruf und Dauer der Lehre, die Probezeit, dein Lohn und deine Ferien. Bist du noch nicht 18, unterschreiben deine Eltern mit. Danach genehmigt das Berufsbildungsamt deines Kantons den Vertrag, im Kanton Zürich das Mittelschul- und Berufsbildungsamt.
Was im Lehrvertrag steht und worauf du achten solltest, erklärt der Ratgeber Lehrvertrag. Wie viel du in deinem Beruf verdienst, siehst du unter Lehrlingslohn.
Nach dem Lehrvertrag geht es weiter: AHV-Nummer, Krankenkasse, Konto für den Lohn und Abo für den Arbeitsweg. Alles dazu findest du in der Checkliste Lehrbeginn. Den ganzen Weg auf einen Blick zeigt die Lehre-Roadmap.
Häufige Fragen
Wann sollte ich mit der Bewerbung um eine Lehrstelle anfangen?
Die meisten Jugendlichen erkunden in der 2. Sek Berufe und schnuppern. Ab Sommer und Herbst der 3. Sek bewerben sie sich, denn dann sind die meisten Lehrstellen für den Lehrbeginn im August des folgenden Jahres ausgeschrieben. Bist du später dran, fang trotzdem an: Manche Lehrstellen werden erst kurz vor oder sogar nach dem Lehrbeginn vergeben.
Was gehört in ein Bewerbungsdossier für die Lehre?
Meist ein Motivationsschreiben, ein Lebenslauf mit Foto, die Zeugnisse der Sekundarschule und Schnupperberichte. Verlangt ein Betrieb einen Eignungstest, legst du das Resultat bei. Alles zusammen schickst du als ein einziges PDF.
Wie viele Bewerbungen sollte ich schreiben?
Eine feste Zahl gibt es nicht. Wichtiger als die Menge ist, dass jede Bewerbung zum Betrieb passt. Führ eine Liste, damit du siehst, wo du dich gemeldet hast und wo noch eine Antwort fehlt.
Ist die Lehrstelle mit der mündlichen Zusage sicher?
Verbindlich wird sie erst mit dem Lehrvertrag. Den unterschreiben du und der Lehrbetrieb, bist du noch nicht 18, auch deine Eltern. Danach genehmigt ihn das Berufsbildungsamt deines Kantons.