Die 10 häufigsten Fragen auf einen Blick
- Erzähl doch kurz etwas über dich.
- Warum willst du diesen Beruf lernen?
- Warum möchtest du die Lehre bei uns machen?
- Was weisst du über unseren Betrieb?
- Was sind deine Stärken?
- Und deine Schwächen?
- Erzähl von einer Situation, in der es schwierig wurde.
- Wie gehst du mit Kritik um?
- Wo siehst du dich nach der Lehre?
- Warum sollen wir gerade dich nehmen?
Fragen und gute Antworten
1. „Erzähl doch kurz etwas über dich.“
Hier ist kein Vortrag gefragt. Ein paar Sätze reichen: wer du bist, in welche Klasse du gehst, was du in der Freizeit machst und wie du auf den Beruf gekommen bist. Eine Minute ist eine gute Länge.
So kann es klingen: „Ich bin Luca, 15, und gehe in die 3. Sek in Winterthur. In meiner Freizeit spiele ich Unihockey und helfe oft meinem Götti in seiner Garage. Dort habe ich gemerkt, dass ich gern an Autos arbeite. Darum möchte ich Automobil-Mechatroniker werden.“
2. „Warum willst du diesen Beruf lernen?“
Das ist die wichtigste Frage. Nenn einen konkreten Grund, am besten etwas aus deiner Schnupperlehre oder etwas, das du selbst ausprobiert hast. „In der Schnupperlehre durfte ich einen Pneuwechsel machen, und das hat mir richtig gefallen“ sagt mehr als „Ich arbeite gern mit den Händen“.
3. „Warum möchtest du die Lehre bei uns machen?“
Zeig, dass du dich informiert hast. Was macht der Betrieb, wer sind seine Kundinnen und Kunden, was hat dich auf der Website angesprochen? Hast du dort geschnuppert, ist das dein stärkstes Argument. Ein kurzer Arbeitsweg ist ein ehrlicher Grund, sollte aber nicht der einzige sein.
So kann es klingen: „In der Schnupperwoche hat mir gefallen, dass die Lernenden bei Ihnen schon früh mit auf die Baustelle gehen. Und auf Ihrer Website habe ich gesehen, dass Sie viele Wärmepumpen einbauen. Das Thema finde ich spannend.“
4. „Was weisst du über unseren Betrieb?“
Zwei oder drei Fakten reichen: was der Betrieb macht, wie gross er ungefähr ist und etwas, das dir aufgefallen ist. Das kann ein Projekt sein, ein Produkt oder ein Beitrag auf Instagram. Wer hier nichts weiss, wirkt schnell desinteressiert.
5. „Was sind deine Stärken?“
Nenn zwei Stärken, die zum Beruf passen, und belege jede mit einem Beispiel. „Ich bin zuverlässig: Im Turnverein schliesse ich seit einem Jahr am Mittwoch die Halle auf“ wirkt mehr als eine lange Liste mit Eigenschaften.
6. „Und deine Schwächen?“
Wähl etwas Echtes, das dem Beruf nicht im Weg steht, und sag, wie du daran arbeitest. Antworten wie „Ich bin zu perfektionistisch“ kennt jede Berufsbildnerin.
So kann es klingen: „Ich werde manchmal ungeduldig, wenn etwas nicht gleich klappt. Inzwischen mache ich dann kurz Pause und fange neu an. Bei den Mathe-Prüfungen hat mir das wirklich geholfen.“
7. „Erzähl von einer Situation, in der es schwierig wurde.“
Der Betrieb will sehen, wie du mit Problemen umgehst. Nimm ein kleines, echtes Beispiel: eine Gruppenarbeit, bei der jemand nicht mitgemacht hat, oder eine Prüfung, für die du deinen Lernplan umgestellt hast. Erzähl kurz, was passiert ist, was du gemacht hast und wie es ausging.
8. „Wie gehst du mit Kritik um?“
In der Lehre wirst du oft korrigiert, das gehört dazu. Eine gute Antwort zeigt, dass du zuhörst, nachfragst und es beim nächsten Mal besser machst. Ein kurzes Beispiel macht die Antwort glaubwürdig, etwa ein Feedback aus der Schnupperlehre, das du umgesetzt hast.
9. „Wo siehst du dich nach der Lehre?“
Der Betrieb will wissen, ob du Pläne hast. Eine gute Antwort: die Lehre mit dem EFZ gut abschliessen, im Beruf Erfahrung sammeln und dich später vielleicht weiterbilden. Interessiert dich die Berufsmaturität, darfst du das ruhig sagen. Einen fertigen Lebensplan erwartet niemand.
10. „Warum sollen wir gerade dich nehmen?“
Fass zusammen, was du schon gesagt hast: deinen Grund für den Beruf, eine Stärke mit Beispiel und warum du in diesen Betrieb willst. Zwei oder drei Sätze reichen.
So kann es klingen: „Ich weiss aus der Schnupperlehre, dass mir die Arbeit gefällt, auch wenn es mal streng wird. Ich bin zuverlässig und lerne schnell. Und Ihr Betrieb ist genau die Richtung, in die ich will.“
7 weitere Fragen, die oft kommen
„Was hast du in der Schnupperlehre gemacht?“
Erzähl konkret, was du gemacht hast, was dir gefallen hat und was du gelernt hast. Auch eine Schnupperlehre in einem anderen Beruf zählt, wenn du erklären kannst, warum du danach umgeschwenkt bist.
„Was machst du in deiner Freizeit?“
Hier geht es um dich als Person. Verein, Pfadi, Babysitten, ein Ferienjob oder Aufgaben in der Familie zeigen, dass du Verantwortung übernimmst. Gamen ist auch eine Antwort, wenn du erklären kannst, was dich daran reizt.
„Was machst du, wenn du einen Fehler gemacht hast?“
Die beste Antwort ist einfach: sofort Bescheid sagen. Lehrbetriebe wissen, dass Lernende Fehler machen. Schwierig wird es erst, wenn jemand sie versteckt.
„Arbeitest du lieber allein oder im Team?“
Bleib ehrlich und denk an den Beruf. Die meisten Berufe brauchen beides. Sag, was dir leichter fällt, und dass du dich auf das andere einstellen kannst, mit einem Beispiel für beides.
„Wie kommst du zu uns?“
Der Arbeitsweg ist in der Lehre wichtig, denn manche Betriebe fangen früh an. Sag, mit welchem Zug, Bus oder Velo du kommen würdest und wie lange es dauert. Hast du den Weg schon einmal ausprobiert, erwähn das.
„Hast du dich noch woanders beworben?“
Du darfst ehrlich sein. Sag, dass du dich auch bei anderen Lehrbetrieben beworben hast, und erklär, warum dieser Betrieb für dich vorne liegt, wenn das stimmt.
„Warum ist deine Note in Mathematik so?“
Bleib ehrlich und ruhig. Erklär kurz, woran es lag und was du tust, um besser zu werden. Ausreden wirken schlechter als ein offenes Wort. Ist dein Eignungstest in diesem Fach besser ausgefallen, darfst du das erwähnen.
Fragen, die du nicht beantworten musst
Ein Lehrbetrieb darf nur nach dem fragen, was für die Stelle wichtig ist. Das ergibt sich aus Artikel 328b des Obligationenrechts. Fragen nach deiner Religion, einer Schwangerschaft oder der Familienplanung gehören nicht dazu. Du kannst freundlich sagen, dass du dazu nichts sagen möchtest. Wenn dich etwas verunsichert, sprich mit deinen Eltern, deiner Lehrperson oder dem biz.
So übst du am besten
- Schreib dir zu jeder der zehn Fragen zwei Stichworte und ein Beispiel auf.
- Lies deine Notizen aus der Schnupperlehre nochmals durch.
- Übe laut, mit Eltern, Geschwistern oder vor dem Spiegel. Oder nimm dich mit dem Handy auf.
- Halte deine Vorstellung bei etwa einer Minute.
- Überleg dir zwei eigene Fragen an den Lehrbetrieb.
- Lies am Abend vorher nochmals die Website des Betriebs und dein Motivationsschreiben.
Am Schluss des Gesprächs bist du dran: Welche Fragen du selbst stellen kannst, steht im Ratgeber Fragen an den Lehrbetrieb. Was du anziehst, liest du unter Kleidung im Vorstellungsgespräch, und wie das Gespräch insgesamt abläuft, im Ratgeber Vorstellungsgespräch für die Lehrstelle. Alle Schritte bis zur Lehre findest du in der Lehre-Roadmap.
Häufige Fragen
Welche Fragen kommen im Vorstellungsgespräch für eine Lehrstelle?
Fast immer: Erzähl etwas über dich, warum dieser Beruf, warum unser Betrieb, deine Stärken und Schwächen und warum wir dich nehmen sollen. Dazu kommen oft Fragen zur Schnupperlehre, zu Teamarbeit, Kritik und deinen Plänen.
Muss ich die Antworten auswendig lernen?
Nein, das wirkt schnell steif. Überleg dir zu jeder Frage zwei oder drei Stichworte und ein Beispiel aus deinem Leben. Dann übst du laut, mit deinen Eltern, mit Kolleginnen und Kollegen oder vor dem Spiegel.
Welche Fragen muss ich nicht beantworten?
Fragen, die nichts mit der Lehrstelle zu tun haben, etwa nach deiner Religion, einer Schwangerschaft oder der Familienplanung. Du kannst freundlich sagen, dass du dazu nichts sagen möchtest.
Was mache ich, wenn mir keine Antwort einfällt?
Kurz nachdenken ist erlaubt. Sag ruhig: „Gute Frage, da muss ich kurz überlegen.“ Verstehst du eine Frage nicht, frag nach.