Als Weinfachmann oder Weinfachfrau EFZ begleitest du den Wein von der Rebe bis in die Flasche. Du wählst die Fachrichtung Winzer, mit der Arbeit im Rebberg, oder Kellerwirtschaft, mit der Herstellung von Wein, Traubensaft und Bränden.
So erklärst du’s deinem Grosi
„Ich pflege die Reben das ganze Jahr, ernte im Herbst die Trauben und mache daraus einen Wein, mit dem du an deinem Geburtstag anstossen kannst.“
Das hörst du im Job ständig
Die Öchslegrade stimmen, morgen wird gewimmt!
Auf einen Blick
- AbschlussEidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ)
- Dauer3 Jahre
- LernorteLehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse
- SchuleAbgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen einen Eignungstest. Interesse an Natur, Chemie und Biologie hilft im Rebberg und im Keller.
- BerufsmaturitätWährend der Lehre möglich (BM1) oder danach (BM2)
- BerufsfeldNatur, Tiere und Landwirtschaft
Was du in der Lehre machst
In der Fachrichtung Winzer schneidest du im Winter die Reben, bindest sie im Frühling an und schützt die Trauben über den Sommer vor Krankheiten, Pilzen und Vögeln. Im Herbst prüfst du Zucker und Säure und organisierst die Weinlese. In der Fachrichtung Kellerwirtschaft nimmst du die Trauben an, presst sie und steuerst die Gärung, indem du Temperatur und Zucker laufend misst. Danach lässt du den Wein im Tank oder Holzfass reifen, filtrierst ihn, füllst ihn ab und degustierst regelmässig.
Wo du später arbeitest
- WeingutAuf einem Weingut lernst du den ganzen Weg von der Rebe bis zur Flasche kennen.
- WeinkellereiHier verarbeitest du Trauben von vielen Winzerinnen und Winzern.
- GenossenschaftDu arbeitest in grösseren Rebflächen und mit vielen Winzerfamilien zusammen.
- Bio-BetriebHier pflegst du die Reben und machst den Wein nach biologischen Regeln.
Das solltest du mitbringen
- Freude an der NaturDu bist gerne draussen, im Hang und bei jedem Wetter.
- Feiner Geschmacks- und GeruchssinnDu riechst und schmeckst kleine Unterschiede im Wein.
- SorgfaltSauberkeit und genaue Messungen sind im Keller entscheidend.
- Einsatz im HerbstWährend der Weinlese sind die Tage lang, auch abends und am Wochenende.
Was du in der Lehre verdienst
Empfehlungen der Berufsverbände laut berufsberatung.ch, pro Monat.
| 1. Lehrjahr | CHF 500 |
|---|---|
| 2. Lehrjahr | CHF 700 |
| 3. Lehrjahr | CHF 700 |
Quelle: berufsberatung.ch, Lohnempfehlungen. Was du wirklich bekommst, steht in deinem Lehrvertrag.
Was dir nach Abzügen, Krankenkasse und Abo bleibt, rechnest du im Lohn-Rechner aus.
Nach der Lehre
Die Berufsfachschule besuchst du in Blockkursen in Wädenswil. Mit der Berufsprüfung Betriebsleiterin Weinbau oder Betriebsleiter Weintechnologie und der höheren Fachprüfung Winzermeister oder Weintechnologiemeisterin kannst du einen Betrieb führen. Die höhere Fachschule Weinbautechniker HF vertieft dein Wissen, mit Berufsmaturität kannst du Agrar- oder Lebensmittelwissenschaften studieren.
Wann bewerben als Weinfachmann?
Die Lehre beginnt meist im August. Viele Lehrbetriebe schreiben ihre Lehrstellen rund ein Jahr vorher aus und vergeben sie im Herbst und Winter, andere suchen bis in den Sommer.
- In der 2. SekBerufe kennenlernen und Schnupperlehren machen, oft in den Ferien.
- Ab dem Sommer vor der 3. SekLehrstellen suchen und dich bewerben.
- Nach der ZusageLehrvertrag unterschreiben, das Berufsbildungsamt genehmigt ihn.
Deinen ganzen Zeitplan findest du im Ratgeber Lehrstelle finden, alle Schritte in der Lehre-Roadmap.
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Muster-Motivationsschreiben für die Lehre als Weinfachmann
Ein kurzes Muster zum Anpassen. Alles in eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen Angaben.
Bewerbung um eine Lehrstelle als Weinfachmann EFZ ab August [Jahr] Sehr geehrte Frau [Name] Letzten Herbst habe ich bei einem Winzer in unserem Dorf bei der Weinlese mitgeholfen. Mich hat fasziniert, wie viel Arbeit ein ganzes Jahr im Rebberg in jeder Traube steckt. Seither möchte ich verstehen, wie aus Trauben ein guter Wein wird. Ich besuche die Sek [Niveau] in der [Schule]. In meiner Schnupperlehre bei [Betrieb] habe ich Reben angebunden, Laub entfernt und im Keller beim Reinigen der Tanks geholfen. Ich durfte auch zusehen, wie der Zuckergehalt der Trauben gemessen wird. Ihr Weingut interessiert mich, weil Sie Reben und Keller in einem Betrieb vereinen und naturnah arbeiten. Ich bin gern draussen, arbeite sorgfältig und bin im Herbst bereit, auch länger anzupacken. Über eine Schnupperlehre oder ein Gespräch freue ich mich sehr. Freundliche Grüsse [Vorname Nachname]
Das passt du an: Ersetze die Weinlese im Dorf durch dein eigenes Erlebnis und nenne, ob du dich für die Fachrichtung Winzer oder Kellerwirtschaft bewirbst.
Aufbau und Tipps findest du im Ratgeber Motivationsschreiben für die Lehrstelle.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch als Weinfachmann
Auswendig lernen musst du nichts. Überleg dir aber zu jeder Frage einmal, was du sagen würdest, am besten mit einem Beispiel aus Schule, Schnupperlehre oder Freizeit.
- Interessiert dich mehr die Arbeit im Rebberg oder im Keller? Tipp: Der Betrieb will sehen, dass du die Fachrichtungen Winzer und Kellerwirtschaft kennst. Begründe deine Wahl mit einem Erlebnis, etwa der Weinlese.
- Im Herbst gibt es viele Überstunden. Wie stehst du dazu? Tipp: Zeige, dass du die Spitzenzeit im Herbst kennst und dass du dann gern mehr arbeitest. Erwähne, dass im Winter ruhigere Zeiten kommen.
- Du bist noch nicht volljährig. Wie gehst du mit dem Thema Alkohol im Beruf um? Tipp: Hier will der Betrieb Verantwortungsbewusstsein hören. Erkläre, dass beim Degustieren gerochen und probiert, aber nicht getrunken wird, und dass du die Regeln einhältst.
- Was weisst du über die Weinregionen der Schweiz? Tipp: Nenne einige Regionen wie Wallis, Waadt, Tessin oder Bündner Herrschaft und vielleicht eine typische Traubensorte wie Chasselas oder Pinot Noir.
- Wie wichtig ist dir die Natur bei deiner Arbeit? Tipp: Zeige, dass du sorgfältig mit Boden und Pflanzen umgehst. Erwähne, dass dich Bio-Anbau oder Biodiversität im Rebberg interessiert.
Ablauf, Kleidung und eigene Fragen: Ratgeber zum Vorstellungsgespräch.
Häufige Fragen zur Lehre als Weinfachmann/-frau EFZ
Wie lange dauert die Lehre als Weinfachmann/-frau EFZ?
Die Lehre dauert 3 Jahre und endet mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Du lernst im Lehrbetrieb, in der Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen.
Welche Schule brauche ich für die Lehre als Weinfachmann/-frau EFZ?
Abgeschlossene obligatorische Schule. Einige Betriebe verlangen einen Eignungstest. Interesse an Natur, Chemie und Biologie hilft im Rebberg und im Keller.
Was verdiene ich in der Lehre als Weinfachmann/-frau EFZ?
Laut Empfehlung der Berufsverbände im 1. Lehrjahr CHF 500 und im 3. Lehrjahr CHF 700 im Monat. Was du wirklich bekommst, steht in deinem Lehrvertrag.
Kann ich während der Lehre die Berufsmaturität machen?
Ja, in diesem Beruf ist die Berufsmaturität während der Lehre möglich (BM1). Sie öffnet dir den Weg an eine Fachhochschule. Du kannst sie auch nach der Lehre machen (BM2).
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Angaben zu Abschluss, Dauer, Voraussetzungen und Weiterbildung: berufsberatung.ch: Weinfachmann/-frau EFZ, Stand 10/2026. Die Texte auf dieser Seite schreibt Jimmy selbst. Alle Angaben ohne Gewähr.
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