Als Landwirt oder Landwirtin produzierst du Lebensmittel: Milch, Fleisch, Eier, Getreide, Kartoffeln oder Gemüse. Du arbeitest auf einem Hof, im Stall, auf dem Feld und auf der Weide, je nach Fachrichtung im Tal oder in den Bergen.
So erklärst du’s deinem Grosi
„Ich kümmere mich um Kühe, Felder und Wiesen, damit Milch, Brot und Kartoffeln auf deinen Tisch kommen, bei jedem Wetter.“
Das hörst du im Job ständig
Morgen soll es regnen, also wird heute noch alles Heu eingebracht!
Auf einen Blick
- AbschlussEidgenössisches Fähigkeitszeugnis (EFZ)
- Dauer3 Jahre
- LernorteLehrbetrieb, Berufsfachschule und überbetriebliche Kurse
- SchuleAbgeschlossene obligatorische Schule. Hilfreich sind Interesse an Natur und Technik und solide Grundlagen in Mathematik und Biologie.
- BerufsmaturitätWährend der Lehre möglich (BM1) oder danach (BM2)
- BerufsfeldNatur, Tiere und Landwirtschaft
Was du in der Lehre machst
Im Stall fütterst du die Tiere, melkst die Kühe und schaust genau, ob ein Tier krank ist. Auf dem Feld säst du, düngst nach Plan, schützt die Kulturen und erntest Getreide oder Raps mit grossen Maschinen. Du pflegst Wiesen, Hecken und Blumenstreifen, damit die Biodiversität erhalten bleibt. Je nach Hof verkaufst du Produkte direkt im Hofladen oder hilfst beim Agrotourismus mit. Dabei wählst du eine Fachrichtung, etwa Ackerbau, Rindviehhaltung, Alp- und Berglandwirtschaft oder biologischen Pflanzenbau.
Wo du später arbeitest
- FamilienbetriebDie meisten Lernenden arbeiten auf einem Hof, oft wohnen sie auch dort.
- Bergbetrieb und AlpIn den Bergen arbeitest du im steilen Gelände und lernst das Leben mit den Jahreszeiten.
- Grösserer BetriebAuf spezialisierten Höfen mit Geflügel, Schweinen oder viel Ackerbau arbeitest du mit modernster Technik.
- LohnunternehmenHier führst du mit Maschinen landwirtschaftliche Arbeiten für andere Betriebe aus.
Das solltest du mitbringen
- Liebe zu Tieren und NaturDu bist gerne draussen und kümmerst dich zuverlässig um Tiere.
- Technisches FlairTraktor, Melkroboter und digitale Hilfsmittel interessieren dich.
- AusdauerDu packst bei jedem Wetter an, auch früh am Morgen und am Wochenende.
- SelbstständigkeitDu siehst, was zu tun ist, und findest bei Problemen eine Lösung.
Was du in der Lehre verdienst
Empfehlungen der Berufsverbände laut berufsberatung.ch, pro Monat.
| 1. Lehrjahr | CHF 1'200 bis 1'500 |
|---|---|
| 2. Lehrjahr | CHF 1'400 bis 1'600 |
| 3. Lehrjahr | CHF 1'250 bis 1'750 |
Quelle: berufsberatung.ch, Lohnempfehlungen. Was du wirklich bekommst, steht in deinem Lehrvertrag.
Was dir nach Abzügen, Krankenkasse und Abo bleibt, rechnest du im Lohn-Rechner aus.
Nach der Lehre
Nach der Lehre kannst du eine verkürzte Lehre in einem anderen Agrarberuf machen, zum Beispiel Gemüsegärtnerin, Obstfachmann oder Weinfachfrau. Mit der Berufsprüfung Betriebsleiter Landwirtschaft und der höheren Fachprüfung Meisterlandwirtin bist du bereit für einen eigenen Hof. Die höheren Fachschulen Agro-Techniker HF oder Agro-Kaufmann HF und mit Berufsmaturität ein Studium in Agrarwissenschaften bieten weitere Wege.
Wann bewerben als Landwirt?
Die Lehre beginnt meist im August. Viele Lehrbetriebe schreiben ihre Lehrstellen rund ein Jahr vorher aus und vergeben sie im Herbst und Winter, andere suchen bis in den Sommer.
- In der 2. SekBerufe kennenlernen und Schnupperlehren machen, oft in den Ferien.
- Ab dem Sommer vor der 3. SekLehrstellen suchen und dich bewerben.
- Nach der ZusageLehrvertrag unterschreiben, das Berufsbildungsamt genehmigt ihn.
Deinen ganzen Zeitplan findest du im Ratgeber Lehrstelle finden, alle Schritte in der Lehre-Roadmap.
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Muster-Motivationsschreiben für die Lehre als Landwirt
Ein kurzes Muster zum Anpassen. Alles in eckigen Klammern ersetzt du durch deine eigenen Angaben.
Bewerbung um eine Lehrstelle als Landwirt EFZ ab August [Jahr] Sehr geehrte Frau [Name] Seit ich klein bin, helfe ich in den Ferien auf dem Hof meines Onkels mit. Beim Heuen und beim Füttern der Kühe habe ich gemerkt, dass ich am liebsten draussen und mit Tieren arbeite. Darum möchte ich Landwirt werden. Ich besuche die Sek [Niveau] in der [Schule]. In meiner Schnupperlehre bei [Betrieb] durfte ich am Morgen beim Melken helfen, den Stall ausmisten und am Nachmittag mit dem Traktor beim Silieren mitfahren. Es hat mir gefallen, dass jeder Tag anders ist und man das Ergebnis der Arbeit sieht. Ihr Hof interessiert mich, weil Sie Milchwirtschaft und Ackerbau verbinden und ich so beides lernen kann. Ich bin kräftig, packe gern an und stehe auch früh auf. Über eine Schnupperwoche oder ein Gespräch auf Ihrem Hof freue ich mich sehr. Freundliche Grüsse [Vorname Nachname]
Das passt du an: Ersetze die Ferien beim Onkel durch deine eigene Verbindung zur Landwirtschaft und passe die Betriebsart des Hofs, etwa Bio, Bergbetrieb oder Ackerbau, an.
Aufbau und Tipps findest du im Ratgeber Motivationsschreiben für die Lehrstelle.
Typische Fragen im Vorstellungsgespräch als Landwirt
Auswendig lernen musst du nichts. Überleg dir aber zu jeder Frage einmal, was du sagen würdest, am besten mit einem Beispiel aus Schule, Schnupperlehre oder Freizeit.
- Hast du schon auf einem Bauernhof mitgearbeitet? Was hast du dort gemacht? Tipp: Der Betrieb will wissen, ob du die Arbeit kennst. Erzähle konkret vom Melken, Füttern oder Heuen, zum Beispiel bei Verwandten oder in der Schnupperlehre.
- Morgens um fünf Uhr im Stall: Wie stehst du dazu? Tipp: Sei ehrlich und zeige, dass du die frühen Zeiten kennst. Ein Beispiel, dass du schon in der Schnupperlehre früh aufgestanden bist, überzeugt.
- Woran erkennst du, dass ein Tier krank sein könnte? Tipp: Zeige, dass du genau beobachtest. Nenne Zeichen wie wenig Fressen, Absondern von der Herde oder ein Hinken.
- Welche Fachrichtung interessiert dich besonders, und warum? Tipp: Ob Rindviehhaltung, Ackerbau oder Bergbetrieb, begründe deine Wahl. Ein persönlicher Bezug, etwa zur Alp, wirkt gut.
- Wie wichtig sind dir Maschinen und Technik? Tipp: Moderne Höfe nutzen Traktoren, Melkroboter und GPS. Zeige Interesse, zum Beispiel dass du gern an deinem Töffli schraubst oder Maschinen bedienen lernen willst.
Ablauf, Kleidung und eigene Fragen: Ratgeber zum Vorstellungsgespräch.
Häufige Fragen zur Lehre als Landwirt/in EFZ
Wie lange dauert die Lehre als Landwirt/in EFZ?
Die Lehre dauert 3 Jahre und endet mit dem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ). Du lernst im Lehrbetrieb, in der Berufsfachschule und in überbetrieblichen Kursen.
Welche Schule brauche ich für die Lehre als Landwirt/in EFZ?
Abgeschlossene obligatorische Schule. Hilfreich sind Interesse an Natur und Technik und solide Grundlagen in Mathematik und Biologie.
Was verdiene ich in der Lehre als Landwirt/in EFZ?
Laut Empfehlung der Berufsverbände im 1. Lehrjahr CHF 1'200 bis 1'500 und im 3. Lehrjahr CHF 1'250 bis 1'750 im Monat. Was du wirklich bekommst, steht in deinem Lehrvertrag.
Kann ich während der Lehre die Berufsmaturität machen?
Ja, in diesem Beruf ist die Berufsmaturität während der Lehre möglich (BM1). Sie öffnet dir den Weg an eine Fachhochschule. Du kannst sie auch nach der Lehre machen (BM2).
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Angaben zu Abschluss, Dauer, Voraussetzungen und Weiterbildung: berufsberatung.ch: Landwirt/in EFZ, Stand 10/2026. Die Texte auf dieser Seite schreibt Jimmy selbst. Alle Angaben ohne Gewähr.
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